Aktuelles aus dem Rotlicht-Gewerbe

Sperrbezirke in Gelsenkirchen, Novellierung des Prostitutionsgesetzes

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NRW
Grüne Gesundheitsministerin Barbara Steffens fordert: Prostituierte sollen vor Ausbeutung geschützt werden

Beim runden Tisch Prostitution NRW wurde erklärt: NRW ist gegen die Anhebung des Mindestalters für Prostitution auf 21 Jahre. Auch die geplante Kondompflicht lehnt NRW ab, so Barbara Steffens. Die Anhebung des Mindestalters birgt die Gefahr, dass jüngere Frauen in die Illegalität getrieben werden. Die Untersuchungspflicht für Huren sollen ihrer Aussage nach auch nur auf dem Papier Sicherheit bieten, denn eine Ansteckung kann bis zu drei Monate dauern. Allerdings sollte es in Zukunft für die Betreiber von Bordellen eine Zuverlässigkeitsprüfung geben. Es soll dabei sichergestellt werden, dass der Betreiber keine Sexualstrafdelikte begangen hat und keine Steuerschulden hat. Dem Schutz von Prostituierten soll bald eine App für Smartphones dienen. Dort soll man in verschiedenen Sprachen Informationen über sicheren Sex, Gesundheit und sicheres Arbeiten erhalten.

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Umstrittene Taxi App Uber wertet Daten nach Fahrten zu möglichen One-Night-Stands aus
Der in heftige Kritik geratene amerikanische Anbieter Über wertet Nutzungsdaten über mögliche One Night Stands oder Hurenkontakte aus. Demnach haben Experten Buchungen extrahiert, die nachts und früh morgens erfolgten, bei denen der Abfahrtsort der zweiten in einem Radius von etwa 160 M vom    Zielort der ersten Fahr lag. Daraus ergab sich eine Karte mit Bezirken, die häufig vermutliche One-Nights-Stands zeigt. Solche Indiskretionen leisten sich wirkliche Taxi Fahrer wohl nicht.
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Gelsenkirchen
Gelsenkirchen wird zum Sperrbezirk
Ab dem 05.01.2014 gilt in der Stadt Gelsenkirchen ein Sperrbezirk. So ist dann in der Zeit von 6 bis 20 Uhr  die Strassenprostitution im Norden verboten. Anwohner von „im Eichkamp“ drückten ihre Erleichterung aus. Die Bezirksregierung in Münster hat den Verlauf der Landstrasse L622 von Recklinghausen-Hochkar nach Rasse als Nordgrenze festgelegt. Das Verbot gilt im Süden bis zur Stadtgrenze von Herne. Bisher gingen etwa dreißig Huren zwischen Kleiweg und Münsterstrasse  der Prostitution nach. Die Anwohner beklagten schaukelnde Autos, entblößte Ärsche, Kondome und Taschentücher. Der Rechtsdezernent der Stadt - Dr. Christopher Schmitt - begrüße die Entscheidung vor allem in Hinsicht auf die Bedeutung des Jugendschutzes.

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Dortmund
Ordnungsamt „under cover“
Das Ordnungsamt der Stadt Dortmund kontrollierte Prostitutierte und Freier nach Hinweisen von Anwohnern. Dabei wandten die Mitarbeiterinnen ungewöhnliche Methoden an und verkleideten sich als Huren. 60 von überprüften 103 Personen wurden dabei belangt. Die Freier mussten eine Ordnungsgeld von 100 EUR bezahlen, Prostituierte sogar 200 EUR. Die Kontrollen sollen fortgesetzt werden, und es werden wieder Mitarbeiterinnen „under cover“ unterwegs sein.

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Dortmund
Stadt Dortmund geht in Berufung
Der Richter vom Oberverwaltungsgericht ließ die Berufung gegen die Aufhebung des Verbots der Ausübung der Strassenprostitution zu.  2011 wurde der Strassenstrich an der Ravensburger Strasse geschlossen und  die gesamte Stadt zum Sperrgebiet erklärt. Dagegen klagte die Prostituierte Dany und erwirkte zumindest vor dem Verwaltungsgericht, dass die Stadt einen neuen Standort für den Strich finden müsse. Ausgenommen dabei wurden die Innenstadt und die Nordstadt. Die Stadt stellte daraufhin einen Antrag auf Berufung, diesem wurde nun stattgegeben.

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Essen
Zwangsuntersuchungen für Prostituierte führt laut Caritas Essen zu Vertrauensverlust
In den Überlegungen der Bundesregierung zur Novellierung des Prostitutionsgesetzes soll die Wiedereinführung von Zwangsuntersuchungen eine Rolle spielen. Dies veranlasste die Caritas in Essen, sich kritisch demgegenüber zu äußern. Diese Maßnahme würde die Arbeit der Streetworker massiv behindern. In Essen gehen schätzungsweise 850 Prostituierte ihrer Arbeit nach. Die Einführung von Zwangsuntersuchungen würde zu einem Vertrauensverlust führen, der Zugang zu Opfern von Menschenhandel oder Zwangsprostitutierten dadurch sehr erschweren.